::: THEE NINE - rezensionen zur platte - can015 "nitty magik" :::

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Eine deutsche Band, deren Rhythmusabteilung zwischen Postpunk-Erinnerungen herumstolpert, bis ihr Gitarrist sie mit Hot Water Music-Zitaten ablenkt und ihr Sänger alle ein paar Takte später komplett aus dem Konzept bringt, indem er wie Glenn Danzig klingt. Sänger und Gitarrist sind übrigens dieselbe Person, aber es würde mich nicht wundern, wenn der Typ sich hin und wieder selbst verwirrt. Erstaunlicherweise klingt alles zusammen so, als wäre es das Normalste der Welt. Ehrlich gesagt, klingt es ziemlich gut. So gut, dass ihr Label beschlossen hat, das Ganze in der aufwendigsten LP-Verpackung aller Zeiten anzubieten. “

vice, märz 2008



Vollmundiger kann man Argumente nicht führen, gegen die zunehmende Virtualisierung von Musik, gegen diese trügerische Illusion, etwas an sich nehmen zu können, und dann, schließlich, nichts zu besitzen. THEE NINE sind massiv, und sie machen aus ihrem Debüt auf dem Münchner Label RED CAN eine kleine Sensation. Ihre Songs donnern zwischen noisigen Sonic Youth und Punkrock, dessen rohe Meldoien so unverbraucht und herrlich ruppig klingen, dass man Thee NIne aufstachelnd lieber Hüsker Dü voraus schicken möchte, als gegenwärtigere Punkacts, denen die Bayern längst das Wasser reichen. "Nitty Magik" ist ein mithin dieser Parameter natürlich nicht ansatzweise umfassend beschriebenes Meisterstück wie es saftiger, erdiger, brettiger, drückender - verzeiht diese altbackenen Formeln, aber wir lassen hier gerade ganz dezidiert einen Anachronismus hochleben - selten in analog zu hören waren und die zunehmend schwindenden Möglichkeiten dieser Musikrezeption mit einer Leidenschaft auskostet, dass das Herz wirklich feuerheiß zu glühen beginnt. Rettet dieses Format, treibt uns diese Band mit jedem Akkord in den Verstand und aufs Gewissen, und legt zudem mit dem Artwork - in genau dem Moment, in dem uns der Aufwand ehrfurchtsvoll erstarren lässt - eine echte Brücke über den klaffenden Abgrund sounddateingeschürfter Belanglosigkeit, die Abyss der Körperlosigkeit und Leere. Das muss man gesehen haben, das muss man in den Händen gehalten haben. Sonst kann man es nicht glauben, und wenn man nicht glauben kann, dann ist am Ende nichts mehr wahr!.“

persona non grata, #74 feb/mär/apr 2008



Gaaaanz große Platte, die mit Sicherheit damit zu kämpfen hat, dass viele einen Vergleich zu den Wipers ziehen werden. Ich nämlich auch. Da geht einfach kein Weg vorbei, und wer Greg Sage und seine frühe Phase, sagen wir bis "Over the Edge" kennt, bekommt gleich das Gefühl, dass auch bei dieser Band der Sänger in erster Linie für sich selbst singt. Vielleicht bislang nicht vielen aufgefallen, aber hört mal "Dimension 7" unter diesem Aspekt. Der singt nicht zu einem, sondern eher an einem vorbei. Einfach prima. Ich würde aber THEE NINE hier Unrecht antun, denn vielleicht kommen die Spirits aus dieser Ecke und auch das Ausholen von Akkorden um wieder zum Thema zu finden. Doch ist es beileibe kein Abklatsch, sondern eine Anlehnung mit eigenen Motiven. Wunderbar gemacht, ohne viel Drumrum. Straighte Akkorde, angenehmes Tempo, wohl temperiert. Habe die Platte über die Weihnachtszeit mehrmals gehört und direkt danach die erste Moving Targets. Auch dorther weht ein kleiner Wind. Einzig und allein zu bemängeln habe ich (alter Nörgler, dem man kaum was perfekt machen kann), dass der große Song fehlt.Irgendiwe der Über-Hook. Die Buben können das (sollten sie wollen). Den Brecher mit dem unerwarteten Akkord, der Hymnen schreibt. Bä, bä, bä, ich weiß. Was bleibt ist die erste große Platte, die ich absolut empfehlen möchte für das Jahr 2008. Super Plattencover, wie von RED CAN gewohnt (andere würden daraus 3 Cover machen). Schnick-Schnack drin und Dye-Cut. Das muss man mögen!!!!!“

trust, #128 feb/mär 2008



Auf THEE NINEs erstem Album ist ganz schön viel The Clash und Joy Division und auch ein bisschen Beatsteaks-ähnlicher Gestus drauf. Was die Münchner Gab Garcia (Gitarre, Gesang), Flo Schanze (Trommeln) und Martin Segattini (bass) hier aufspielen, ist relativ anständiger Punkrock, Indie-Zeugs ohne wirkliche Formatradio-Relevanz. Muss ja auch nicht. Dass man ihr wirres Entertainment im Gesang nicht so richtig kapieren kann, das wissen sie selbst, verzichten sogar auf den Abdruck der einzelnen Texte im Booklet. Am Ende ist auch das egal. Rockmusik ist ja erst mal was zum hören und hat mit dem Rhetorik-Rummelplatz von Blumfeld und ähnlichen Rotwein-Philosophen bestenfalls gar nix am Hut. Diese zehn Garagen-Gitarren-Nummern haben jedenfalls genug, um im kleinen Club die Kids zu kriegen, die der Bunte-Buttons-und-ein-frecher-Haarschnitt-reicht-Kultur weggelaufen sind, um jetzt mit den Großen zu feiern. THEE NINE machen dafür den passenden Soundtrack. Ordentlicher Anfang.“

melodie & rhythmus , januar 2008




Thee Nine are a rather unlikely band, considering that their guitarist and vocalist has his roots in dum’n’bass, the drummer used to be a tour member of German hip hop pioneers Massive Töne, and the bassist is sometimes a country and blues band all by himself. You would expect probably many different things from these three guys getting together, but hardly distorted noise rock as it was somewhat popular in the Nineties. Nitty Magik, the debut album of this German three-piece, was recorded in only three days, and that fast working procedure certainly helps to explain the coarse approach. If Henry Rollins had been the vocalist for Steel Pole Bath Tub fifteen years ago, they might have sounded the same. On Compost, they even liberally borrowed the chord sequence of Kool Thing, a major alternative rock hit by Sonic Youth, a band that has strongly influenced Thee Nine. Thee Nine are not innovators, but considering how they seem to have their musical roots outside the typical rock movements, Nitty Magik ends up being a charming album of three musicians who are never afraid of cranking their instruments to the top, creating a unbridled noise rock album that is as much post punk as it is grunge, wave, alternative rock,… Although lacking truly elevating moments, you won’t find let-downs either, putting Thee Nine in a situation where they stand now, ten to fifteen years after the zenith of the noise rock genre, quite by themselves, entertaining best those people who are too old nowadays to get excited by current trends (like emo or metalcore) and who are delighted to discover that there are still bands around who play this kind of music we were all so much into back in the good old days. Nitty Magik is released as a vinyl record (including a CD for those who don’t own a record player anymore), and can also be purchased as MP3 files."

disagreement.net, januar 2008


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