::: RUSS DEFENSE - rezensionen zur platte - can1 "four song forge" :::

Es gibt diese Tage, da wacht man auf und weiss eigentlich nicht so genau, was los ist. Ein seltsames Gefühl, nicht müde oder verkatert, eher orientierungslos. Der Blick aus dem Fenster ändert auch nichts, da draussen ist einfach alles weg. Genau so beginnt "four song forge". Eine leicht verzerrte Gitarre, dann eine Stimme, etwas heiser und wie aus dem Off, verhaltenen Energie, die langsam in die Gehörgänge drängt. Und dann: gerade schwimmt man noch in einem poppigen See aus Gitarrenmusik, da gehen RUSS DEFENSE plötzlich voll nach vorne und prügeln einem den Gitarrenpop mit Hochgeschwindigkeit ins Trommelfell. Das unbestimmte Gefühl ist weg, die Energie wieder da. Eigentlich könnte die CD jetzt vorbei sein und mich mit aufgeladenen Emotionsakkus zurücklassen. Doch es folgt: eine Country-Nummer über ein Pfed und Berge. Was für ein Pferd? Ich bin wieder durcheinander."

OX #44, oktober 2001


Russ Defense sind eine wirkliche musikalische Abwechslung. Bitte rocken Sie jetzt. Rund, aufeinander eingespielt, professionell. Sonja: "Mehr als vier Riffs sind das nicht, oder?" - Ossi: "Doch, fünf", und denkt an die Lemonheads (zu "Hate your Friends" - Zeiten). Sonja kann sich nicht entscheiden zwischen Stoner Rock, Boston und Seattle."

Intro #88, oktober 2001


12 Minuten 57 Sekunden dauert das Vergnügen mit Russ Defense vor dem drücken der Repeat-Taste auf ihrer eben erschienenen CD-EP "four song forge". Genug Zeit für die immer hungrige Band, fremde Kühlschränke zu plündern, genug Zeit, um die Anlage lauter zu drehen, mitsingend abzurocken und die Nachbarn zum Wahnsinn zu treiben, den vier Jungs "Liebesbriefe zu schreiben, um Sticker zu bekommen" oder das selbstgemachte Booklet zu erforschen. Russ Defense spielen gutgelaunt energetischen Gitarren-Rock im Stereo-Bereich, den man live gerne mit Superchunk, Fluf oder Fugazi sehen möchte, doch ist auf der CD - neben drei erstklassigen Rocknummern - als vierter, nicht betitelter, Song zugleich ein Countryhit versteckt der es in sich hat."

in-münchen #18, august 2001


Erstling der Münchner Combo mit dem bescheinigten jüngsten Gitarristen. Kinderkrankheiten, die man also erwarten könnte, bleiben aber bei Russ Defense aus. Klugerweise haben sie eben auf ihre EP vier wasserdichte Stücke gepackt, die allesamt ziemlich hörtauglich sind. Nach drei Rockblocks - grandios: "Shunka", was kroatisch ist und Schinken heisst - wartet dann mein persönlicher Killer: "I lost my Horse in the mountains", Country at its rockin best. Schnittiger, emotionaler Rock mit prägenden Gitarren und rotzigem Bass."

curt-magazin #5, oktober 2001



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